Mac OS X Lion – Kleines Review

Nachdem ich nun ein paar Tage mit dem neuesten Betriebssystem aus dem Hause Apple herumgespielt habe, folgt also der Bericht.

Das was mir als aller erstes auffiel ist, wie man es bereits weiß, wenn man ein wenig Nerd-Presse verfolgt, das System aus dem App-Store heruntergeladen und dann installiert wird. Eigentlich cool. Geht nice und easy von der Hand. ABER… Nun ja, es wird immer nur ein Update durchgeführt. Wenn man eine saubere frische Installation durchführen möchte, muss man sich, bevor man die Installation startet, per Hand einen Installations-Datenträger erstellen. Uns Nerds bereitet dies natürlich keine Probleme. Wir suchen einfach die OSInstallESD.dmg-Datei im Lion-Installer-Paket und klonen diese mit Hilfe des Festplattendienstprogramms auf eine DVD, einen USB-Stick, eine SD-Karte oder eine Festplatte. Mir gefällt wirklich die Idee einer Installations-SD-Karte, aber da ich keine 4GB-Karte zur Hand hatte, habe ich meine altbewährte  30GB USB-Festplatte genommen und dort die Snow-Leopard-Daten ersetzt.

Kurze Übersicht: [spoiler]

Die Installation geht schnell und einfach und nach etwa 40 Minuten wurde ich bereits vom hübschen neuen Login-Screnn begrüßt. Das erste was einem bei Lion auffällt ist, dass es klein Begrüßungsvideo gibt, wie in den letzten drei OS X-Versionen, dafür aber direkt einen Hinweis darauf dass das Scroll-Verhalten umgedreht ist. Wieso ist das so? Nun ja, Apple nennt es „natürliches Schollen“ und es kommt vom iOS. Früher bewegte man mit einem Scroll-Ball (oder -Rad, das hat Apple aber niemals hergestellt, wer eine Maus mit Rad benutzt ist selbst schuld 😉 ) die Scroll-Balken. Das war durchaus sinnvoll, denn ursprünglich musste man diese ja anklicken und die Maus nach unten ziehen. Dieses Verhalten wurde durch das Rad ersetzt. Wenn man dies weiterdenkt, sind die Scroll-Balken natürlich nicht mehr notwendig. Apple hat nun das Verhalten von iOS adaptiert, wo man eben mit dem Finger die angezeigte Seite bewegt.  Im Klartext heißt das, mit einer Bewegung nach Oben schiebt man den Bildschirminhalt nach oben (und eben nicht mehr den Scroll-Balken). Mit einem Multi-Touch Trackpad ist das sehr intuitiv und funktioniert tadellos, mit einer Maus ist das ganze etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich komme damit eigentlich ganz gut zurecht. Wer das ganze nicht mag, kann das Verhalten in den Maus-Einstellungen deaktivieren, dann allerdings auch gleich für Maus und Trackpad, leider nicht einzeln…

Das nächste was auffällt sind zwei neue Ions im Dock. Launchpad und Mission Control. Launchpad ist ein iOS-mäßiger Programmstarter und ersetzt quasi einen Programme-Stack. Schick und einfach, unterstützt Ordner und enthält halle im System installierten Programme. Mission Control ersetzt unser altehrwürdiges, geliebtes Exposé. Es zeigt alle Spaces, Fenster und Vollbild-Programme an und auch das Dashboard.

Kommen wir zum Dashboard… Standardmäßig befindet sich das Dashboard in Lion links neben dem Desktop. Mit einem einfachen Wisch mit drei Fingern (von Links nach Rechts, man verschiebt eben den Bildschirminhalt), wird das ganze aktiviert. Nice! Wer das nicht mag, kann in den Systemeinstellungen das alte Standard-Dashboard einstellen.

Damit bin ich genug auf neue Features eingegangen, diese werden eh überall im Internet abgedeckt, wer alle Features im Detail sehen möchte kann auf Apple.de nachlesen, oder eine der anderen vielen, vielen Internet-Seiten die bereits Reviews veröffentlicht haben.

[/spoiler]

Ich möchte nun auf mein subjektives Gefühl mit Lion eingehen. Wo fangen wir an? Positives zuerst… Dann klingt das negative nicht so… negativ… Egal… Also, los geht’s:

Pro:[spoiler]

Hübsch, hübsch: Lion ist schick. Optisch haben sich einige Details verändert… Insgesamt wirkt es echt ganz hübsch. Ein paar komische Dinge gibt’s zwar auch, aber die kommen bei den Nachteilen… Insgesamt mag ich das neue Look’n’Feel sehr gerne.

Lion ist schnell: Verdammt schnell. Programme werden, wie bereits von iOS bekannt, nicht komplett geschlossen, sondern geben nur ihre Ressourcen frei, bleiben also im RAM bis dieser anderweitig verwendet wird. Das heißt, dass Programme die schon mal geöffnet waren mit einem Klick da sind. BOOM!, würde Herr Jobs dazu sagen. Wirklich schön, das macht echt Spaß.

Außerdem werden Programme am letzten Punkt fortgesetzt, Safari öffnet beispielsweise einfach mit den zuletzt geöffneten Tabs. Das ist echt nett und praktisch.

Vollbild-Programme: Sehr geil. Alle Vollbildprogramme lassen sich mit einem Klick auf Vollbild schalten und werden dann nach Rechts, neben den Desktop verschoben. Alle Programme die den neuen Vollbild-Modus unterstützen haben einen Button in der oberen, rechten Ecke. Mit Wischen kann man hin und her wechseln. Sehr nice. Funktioniert und mach t auf Notebooks wirklich was her.

Touch me: Lion arbeitet viel mit Multitouch-Gesten, was auch einfach mal Zeit wurde, schließlich unterstützte schon Leopard Gesten und man musste immer BetterTouchTool bemühen, damit man da wenigstens einen geringen Nutzen von hatte. Die Standard-Syste-Gesten sind nun endlich ausgereift und funktionieren gut.

[/spoiler]

Kommen wir zum unerfreulichen Teil.

Kontra: [Spoiler]

Kein guter AFP-Support: Apple hat einen älteren Verschlüsselungsalgorithmus in AFP, Apples Filesharing-Protokoll weggelassen. Für viele egal, aber für jemanden wie mich, der eine AFP-Netzwerkplatte besitzt, fatal. Ich kann auf meine Netzwerkfestplatte nun nur noch über SAMBA zugreifen und damit kein TimeMachine auf dem Teil nutzen.

Entweder muss also eine Airport Extreme her, oder ich muss wieder auf meinem Linux-Server sichern. Wirklich nicht die feien Art, denn einen Grund dafür hatte Apple eigentlich nicht…

Kein PPC-Code mehr: Mit Lion wurde Rosetta entfernt, Apples Technologie zum Aufführen von PPC-Code auf INtel-Macs. Eigentlich kein Drama, wo Apple ja seit 5 Jahren auch keine PPC-Macs mehr herstellt, aber ich hatte tatsächlich Probleme. Cubase 5 z.B. verwendet in seiner VSTBridge scheinbar noch PPC-Code. Ich konnte Cubase erst starten, nachdem ich die Cubase-Einstellungs-Dateien von meiner Snow-Leopard Installation herüber kopiert hatte. Etwas komisch.

Apropos Einstellungen: Die Benutzer-Library ist in Lion versteckt. Nervig für Nerds, egal für User. Man kommt natürlich leicht in den Ordner mit einem einfachen „Gehe zu…“ (Shift+CMD+G) im Finder. Aber warum ist das so? Ja der normale Otto Nutzer kann mit der Library nix anfangen, aber trotzdem…

Vollbild-Apps und Dual-Displays: Die Meisten Vollbild-Apps haben keine vernünftige Unterstützung für Dual-Display betrieb. Die Programme werden einfach auf den Primärbildschirm geschaltet und der Sekundär-Bildschirm zeigt das graue Login-Screen-Muster. Einzig iMovie scheint nutzen von zwei Bildschirmen im Dual-Display-Setup zu ziehen, da es den Vieler auf den zweiten Bildschirm legen kann. Das ist etwas schade, es wäre schöner, wenn man zwei Full-Screen-Programme nutzen könnte, oder wenigstens die Programme einen sinnvollen nutzen von mehr als einem Monitor ziehen würden…

Aussehen: Lion sieht nett aus, keine Frage. Aber warum müssen die Ions alle grau in grau sein? Das finde ich nicht so hübsch… Außerdem gibt’s keine Einigkeit im Aussehen mehr, für die OS X früher mal so geliebt wurde. iTunes, iCal, Adressbuch, AppStore, Finder. Alle sehen anders aus. Das sorgt irgendwie für ein durcheinander im System. Schöner wäre ein wirklich einheitliches Look’n’Fell, so wie es früher unter OS X mal war.

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Ein kleines Fazit: Damit komme ich zum Ende meines kleinen Reviews.  Ich bin momentan wirklich begeistert von Lion und abgesehen von manchen Kleinigkeiten bin ich wirklich gänzlich überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Wie geht es wohl weiter? Was kommt nach dem Löwen? Der König der Betriebssysteme hat das Licht der Welt erblickt, aber wie lange wird er regieren? Ein Jahr? Zwei Jahre? Oder, wie es bei der Allseitsbeliebten Firma Microsoft war: 8 Jahre? Was plant Apple wohl für die Zukunft? Kommt möglicher Weise nach 10.7 endlich OS 11? Fragen über Fragen, denen wir uns annehmen wenn die Zeit reif ist. Fürs erste erfreuen wir uns an einem schönen., schnellen System, dass den Anforderungen der heutigen Computer-Nutzer gerecht wird und zurecht die Bezeichnung Löwe trägt.

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