iSCSI Tutorial (Ubuntu Target, Mac OS Initiator)

Nachdem ich neulich bereits beschrieben habe, was iSCSI ist, widme ich mich Heute der Einrichtung des selbigen.

Mein Tutorial ist für diejenigen gedacht, die an einem Mac arbeiten und irgendwo noch einen älteren PC herumstehen haben und nicht so ganz wissen wie sie den nutzen sollen.

Wie bereits beschrieben, kann man mit iSCSI die Festplatten des PCs als Laufwerk am Mac zur Verfügung stellen. Dazu benötigen wir als erstes ein Lauffähiges Ubuntu (jede andere Distribution geht auch, aber da ist die Vorgehensweie möglicher Weise eine andere).

Das ganze geht zwar auch mit einer einfachen SMB-Freigabe, oder mit etwas Arbeit sogar mit einer AFP-Freigabe, aber dann ist die Freigabe eben ein Netzwerk-Volume und man kann zwar vom Mac aus wunderbar darauf zugreifen, aber DInge wie TimeMachine funktionieren dann nicht (oder nur über Umwege…) und man kann z.B. keine iMovie-Ereignisse auf dem Laufwerk speichern.

Es hat also durchaus Vorteile iSCSI zu nutzen, denn dann sind entsprechende Freigaben voll nutzbare Laufwerke auf dem Mac. Außerdem kann man mit einfachen Portweiterleitungen im Router die entsprechenden „iSCSI Targets“ auch über Internet erreichen und kann so von überall aus so mit dem Laufwerk arbeiten, als wenn es lokal am Mac angeschlossen wäre.

Fangen wir also an: Einstellungen unter Ubuntu

[spoiler]

Zuerst widmen wir uns dem Ubuntu-PC. Auf diesem müssen zunächst ein paar Pakete installiert werden. Dazu kann man Synaptic verwenden, oder ein Terminal verwenden. Die Pakte sind

open-iscsi und iscsi-target

Dann muss die Freigabe konfiguriert werden. Das Laufwerk welches freigegeben werden soll heißt „iSCSI Target“. Wir müssen nun drei Dateien bearbeiten.

Es handelt sich um die Dateien:

  • /etc/ietd.conf
  • /etc/initiators.allow
  • /etc/default/iscsitarget

Dazu gibt man im Terminal folgendes ein:

sudo gedit /etc/default/iscsitarget

Darauf hin öffnet sich ein Editor mit Root-Rechten. In dieser Date ändert man das „false“ zu einem „true“.

Abspeichern und Editor beenden.

Danach geht’s weiter mit

sudo gedit /etc/ietd.conf

Hier erstellen wir die Freigabe. Man kann eine Image-Datei angeben oder (wie in diesem Beispiel) eine ganze, leere Partition verwenden (sollte bereits eingerichtet und Linux-formatiert sein). Die Datei ist bereits mit einem Konfigurationsbeispiel gefüllt. Man muss sie nur an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Dazu scrollt man nach unten, bis zu dem Eintrag „Target“. Hier sind nur ein paar der bereits eingetragenen (auskommentierten) Zeilen wichtig.

Hinter Target muss eine Beschreibung, ein „Identifier“ unserer Freigabe stehen. Die Namensgebung hierfür ist in der iSCSI-Spezifikation verankert. Zuerst muss „iqn“ und dann ein Jahr stehen, gefolgt von einem Monat. Danach die umgedrehte Domain in welcher das Laufwerk zu finden ist. Für zu Hause kann man hier natürlich irgendetwa s eintragen. Hinter dem Doppelpunkt kann eine frei gewählte Bezeichnung stehen.

Der fertige Eintrag kann also so aussehen:

Target iqn.2010-04.cx.ath.deloco:platte

Als nächstes kann man einen Benutzernamen und Passwort einstellen. Das hat bei mir noch nicht geklappt, ich habe die Einträge also erst mal auskommentiert (# am Anfang). Wer möchte kann natürlich dami herumexperimentieren, aber ich würde das erst empfehlen, wenn alles funktioniert…

#IncomingUser someuser secret

#OutgoingUser

Dann folgt die Logical Unit Number, mit der ANgabe, wo unser Laufwerk auf der Linux-Maschine zu finden ist, man sollte also spätestens jetzt noch mal nachsehen, welche Partition man als iSCSI-Target vorgesehen hat:

Lun 0 Path=/dev/sda3,Type=fileio

Dann kommt noch das Alias welches angibt, wie die iSCSI-Festplatte unter OSX heißen soll:

Alias Storage

Die restlichen Optionen sind nicht notwendig, wer möchte kann hier herumexperimentieren…

Nachdem alles eingestellt ist, speichern wir die Änderungen und schließen den Editor.

Weiter geht‘s mit:

sudo gedit /etc/initiators.allow

Hier tragen wir die eben erstellte Freigabe ein und erteilen einem Rechner, oder einem ganzen Netzwerk, das Recht unsere Freigabe zu nutzen. Ich habe ein einfachess

ALL ALL

Ans Ende der Datei gestellt.

Speichern und gut is‘.

Das war‘s auch schon auf der Linux (Target)-Seite. Nun muss man nur noch den iSCSI-Server starten.

/etc/init.d/iscsitarget start

Wenn der schon läuft, muss man anstelle von „start“ „restart“ eingeben. Das muss man auch, wenn man die Konfigurationen später noch mal editiert.

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Kommen wir zu OS X.

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Um sich mit einem iSCSI Target verbinden zu können, benötigt man eine so genannte „Initiator-Software. Diese st quasi ein virtueller SCSI-Adapter.

Eine frei erhältliche Software für diese Zwecke ist von Studio Network Solutions und nennt sich globalSAN. Sie lässt sich hier: http://www.studionetworksolutions.com/support/faq.php?pi=11&fi=51 herunterladen. Dort findet sich eine aktuelle Beta-Version (v. 4.0 Beta), welche Snow Leopard kompatibel ist. Leder ist diese nur in 32 Bit was bedeutet, dass man jedes mal die Systemeinstellungen zwei mal starten muss, wenn man die iSCSI-Einstellungen am Mac ändern möchte.

Ist die Software installiert, geht es ans Einstellen des Targets. Die installierte Software heißt „globalSAN“ und nistet sich in den Systemeinstellungen ein.

Wie schon erwähnt werden die Systemeinstellungen beim Aufruf von globalSAN im 32-Bit-Modus neu gestartet.

In globalSAN muss man dann noch unten links aufs Schloss klicken und seinen Benutzernamen und Passwort eingeben:

Dann klicken wir unten auf das Plus-Zeichen und wählen den obersten Eintrag aus „Group“.

Dann tragen wir einen Namen für unsere Gruppe ein.

Dann machen wir das gleiche mit dem „Portal“.

Nun tragen wir allerdings bereits die IP-Adresse des Targets ein.

Dann geht es weiter mit dem Target.

In diese Felder müssen nun das gewählte Alias und der Target-Name (iqn.2010-02…) eingetragen werden.

Ist dies geschehen, können wir die Einstellungen unseres Targets anklicken. Hier klicken wir auf das Plus-Zeichen und erneut die IP-Adresse des Targets ein.


Mit dem Button „Authentification settings…“ lassen sich die Namen und Passwörter eintragen… Wenn unser iSCSI Target bei jedem Systemstart automatisch verbbunden werden soll, muss man noch ein Häkchen bei „Persistent“ setzen. Man kann hier im übrigen mehrere IP-Adressen oder DNS-Namen eintragen und das gleiche Volume so übers Internet nutzen etc…

Wenn alles eingestellt ist, muss man nur noch auf Connect klicken. Das Target sollte dann erkannt werden und OS X müsste ein nicht initialisiertes Medium melden. Dieses kann man nun einfach als Apple-Laufwerk formatieren. Fortan taucht das iSCSI-Laufwerk im Festplattendiesntprogramm auf und lässt sich wie eine Festplatte nutzen.

Ich hoffe diese Anleitung hat irgendjemandem geholfen.

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iSCSI Tutorial (Ubuntu Target, Mac OS Initiator)

3 Gedanken zu “iSCSI Tutorial (Ubuntu Target, Mac OS Initiator)

    1. deloco schreibt:

      Freut mich wenn jemand mein Geschreibsel auch wirklich nützlich findet 😉
      Ich selber habe momentan wieder kein iSCSI am laufen, aber ich finde es immer noch eine extrem gute Lösung für Netzwerkspeicher… Vielleicht richte ich mir demnächst noch mal einen älteren Rechner als reinen iSCSI-Speicher ein…

      Gefällt mir

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